Die hier vorgestellten short Stories sind Teil meines neuen Buchprojekts.

Eine Geigerin

Die Junge Dame streichelte virtuos mit ihrem Rosshaarbogen die Stradivari. Sie hatte es eigentlich gar nicht nötig hier auf der Parkbank ihr kleines Intermezzo zum Besten zu geben, aber sie liebte Menschen, Menschen die ihre Musik genossen, wie einen guten Merlot. Ohne den Glamour und die Affektiertheit wie im Konzertsaal. Sie hielten sie bestimmt für eine begabte Studentin und nicht für die bekannte Violinenkünstlerin. Wieder tänzelten ihre zierlichen Finger auf den Seiten. Sie sinnierte, und wer von dem Parkpublikum? wusste schon, wie eine Stradivari aussieht, darauf hin verlor sich ihr selbst im Spiel.

 

Profikiller gesucht

»Profikiller gesucht« John las diese Stellenanzeige im Internet und hielt sie erst für einen dummen Scherz.

Er studierte sie wieder und wieder.

 

Profikiller gesucht

Lohn 30.000 Dollar

WWW. Wer erlöst  mich von meinem Mann. de

John wippte auf seinem alten muffig riechenden, knarrenden Schaukelstuhl, monoton vor und zurück.

Die Uhr an der Wand mit der zerschlissenen Jugendstiltapete tickte, wie eine Bombe die bald detoniert.

er merkte es nicht. Er bemerkte es auch nicht als er sein Email Programm aufrief. Und…

 

Die Ameisen Arbeiterin

Eine junge Ameise sitzt abends auf einem Blatt und denkt über ihre arbeitsreiche Zukunft nach, da löst

sich ein Regentropfen und spült sie fort.

Die Ameisen Arbeiterin

Als die wärmende Abendsonne den Horizont küsste, tauchte sie die Welt der jungen Ameise in ein berauschendes Farbenmeer aus rosarot und gold. Hier an ihrem geheimen Ort war Friede und Ruhe, Schutz vor der Hektik der arbeitsreichen Tage, die sie steht´s geduldig wie ein Maultier hinter sich brachte. »Wozu das alles? Ich arbeite hier, bis ich alt bin und sehe nichts von der schönen weiten Welt, bin ich nicht zu mehr fähig? Nein, So nicht! So kann´s nicht weitergehen! Verdammt noch… » Sie stoppte abrupt ihre ausgesprochenen Gedanken, ihre Augen weiteten sich-dann; Blubb… ein großer Wassertropfen, der sich von weiter oben aus dem Blätterdach der steinalten Ulme gelöst hatte, hüllte sie sanft und kühl ein. Er trug Sie fort. weit fort, in die weite Welt fort?

Das Todesrennen

(Flashfiction) Wie fühlt man sich auf einer Jagd? Wenn man nicht der Jäger, sondern das Wild ist.
 

Das Todesrennen

Eine Hundemeute mit Haifischgebiss hetzt einen nackten Mann durchs Wasser. Die spitzen, Kiesel

flutschen unter seinen zerschnittenen Füßen weg, der heiße Schweiß, der von seinem Kopf strömt,

brennt in seinen angstgeweiteten Augen. Sein Herz schlägt so laut, dass es in seinen Ohren hämmert.

Er rennt schneller und schneller. Er weiß gleich haben Sie ihn. Er stürzt. Alles aus..

 

 

Flashfiction  Autor: blauerpanter9

Nach einer Einweg-Affaire, Eine kleine Unterhaltung im Regen, ob es Gespenster wirklich gibt.
 

Es gibt keine Gespenster, wirklich nicht?

Ein Mann und eine Frau gingen eines Abends zum Bahnhof, der Herbstwind, blies ihnen kalt, in ihre  Gesichter, das Make-up der Frau war bereits verlaufen vom Nieseldauerregen. » Glaubst du eigentlich an Gespenster?«, fragte die Frau, und wischte sich mit ihrer weißen Hand übers Gesicht. »Nein! Sollte ich als aufgeklärter Weltenbürger? ». Er dachte bei sich, die Frau stellt aber komische Fragen. Er kannte Sie ja erst seit gestern. Eine Einweg-Affaire, gut, dass Er sie jetzt zum Zug brachte. »Wirklich nicht?» flüsterte Sie und wischte sich wieder mit ihrer weißen Hand, die plötzlich bläulich schimmerte über ihr geheimnisvoll wirkendes Jungmädchengesicht, und war im gleichen Augenblick vor seinen Augen verschwunden.

Als Ronny seine Seele dem Teufel verkaufte

Als Ronny seine Seele dem Teufel verkaufte, war ihm nicht bewusst was er tat. Als er mit seinem Blut, sein Schicksal besiegelte, da dachte er noch er könnte das Blatt wenden. Aber die Hauptsache für ihn war jetzt, das wenn er dieses Zimmer verlassen würde, würde er reich sein. So wie Rockefäller. Auf dem Heimweg freute er sich, als er in seiner Jackentasche das Geld klimpern hörte. Und die Geldscheine seine Hosentaschen ausbeulten, dass sie aussahen wie die Backentaschen eines Frosches. Da kam ein Auto, raste auf ihn zu, und überrollte ihn. Alles Dunkel. Alles zu Ende? Er wachte schweißgebadet auf, wollte aus dem Bett springen. Er hatte ja um 9.00 Uhr den Vorstellungstermin mit diesem geheimnisvollen Mann. Doch da wollte er jetzt nicht mehr hin. Sollte doch der Gasmann den Gashahn für immer zudrehen. Er lächelte, machte die Augen zu, und schlief tief und fest ein.

 

 

Du willst mich wohl mit diesem Fraß vergiften

Eines Mittags saßen Sie zusammen in ihrer Siebzigerjahre Küche, er las in der Zeitung, Sie bereitete das Mittagessen.  »Na, was kochst du uns den heute Schönes?», sagte er mit einem Lächeln.  Wie ein kleiner Junge der auf dem Jahrmarkt Zuckerwatte nascht, und seine Eltern ihm verboten haben Süßigkeiten zu essen. »Es ist Montag. Nudelauflauf wie immer«, antwortete Sie kühl. «Ach! Wieder so ne angebrannte Pampe. Wie das da riecht.» Er fächelte sich mit seinem verkniffenen Gesicht, das er direkt, über die heiße an den Seiten schwarz angekockelte Auflaufform hielt, den Duft des Essens zu. « Nichts, aber auch gar  nichts, kann man dir recht machen.», jammerte sie zurück. Sie trug das Essen auf, und sie setzten sich beide an den Eichholz Küchentisch, dann nahm Sie einen Pfannenwender und gab ihm die erste Portion. Er probierte sofort. Spuckte aber den Bissen gleich wieder auf seinen Teller. »du Willst mich wohl mit diesem Fraß vergiften!«, schrie er sie an. Da nahm Sie den Pfannenwender und schleuderte ihn in sein tiefrot angelaufenes Gesicht. Die Küche sah jetzt aus als ob in ihr ein Mord stattgefunden hätte, überall rote spuren. Er wischte sein Gesicht an der nicht mehr ganz so weißen Spitzendecke provisorisch sauber, dann verließ die Wohnung, denn Er wusste er würde sie wieder schlagen, wenn er bliebe. Sie setzte sich an den Tisch, sank in sich zusammen und weinte in ihre Schürze.

Jetzt am abend waren alle Spuren des Mittagsstreits beseitigt. Sie stand wieder in der Küche und summte bei der Zubereitung des Abendessen «auf in den Kampf Torero».  Er kam leicht schwankend in das Zimmer mit einer Fahne die keinen Zweifel über seine Nachmittagsaktivitäten offen ließ. Karls Bierstube, am Schillerplatz. Fuhr es ihr durch den Kopf, aber das war ihr heute schnurz. Sie summte fröhlich weiter und er wusste nicht wie er das Verhalten seiner Frau deuten sollte.  Da raunte er: « Gute Laune? Was.» « Ja, warum nicht?» zirpte sie freundlich. Er blickte Sie abwertend von der Seite an. Dann ging er zum Angriff über. «das sieht ja aus wie schon mal gegessen.» Er ließ eine Pause um ihre Reaktion abzuwarten. Aber es kam keine. Sie verteilte langsam, stumm, mit einem angedeuteten Lächeln die Suppe von der Schüssel auf die tiefen Teller mit dem Goldrand. Er dachte die hat sie nicht mehr alle, unter der Woche, das Gute Geschirr von meiner Mutter, oder haben wir Hochzeitstag? Dann stoppte er sich selbst. Kann mir auch egal sein; Bin besoffen. Ihr zaghaftes Lächeln breitete sich über ihr welkes Gesicht mit den tiefen Tränensäcken aus. Sie fühlte sich gut, auch noch einige Zeit später als er sich am Boden krümmte, auch als der gerufene Notarzt den Tot feststellte, hatte sie das warme befriedigende Gefühl im Bauch alles richtig gemacht zu haben.

 

Schwarze Pudel fliegen nicht

 

Ein Mädchen sitzt abends am Ufer des Rheins und schneidet aus seinem Schulheft mit einer Schere Tierfiguren aus, um Sie herum schwirrt ein blauer Schmetterling. Das vertreibt ihren Kummer, eine Fünf in Deutsch am Liebsten würde sie gar nicht mehr heimgehen. Aber es ist ja noch etwas Zeit, und die Standpauke ihrer Eltern in weiter Ferne. Nachdem Sie einen Pudel aus den letzten Resten ihres Aufsatzheftes ausgeschnitten hat, malt sie ihn mit einem Filzstift schwarz an. »Du sollst frei sein«, sagt sie leise lächelnd und wirft ihn ins Wasser, aber statt unten anzukommen, bleibt er plötzlich in der Luft stehen, ihm wachsen zwei Flügel, er wird größer und größer, dann fliegt er davon in den weiten rosa Horizont.


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!